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CITY-TUNING
Es gibt keinen Städtebau der bei Null anfängt. Es geht immer
um die Manipulation von bestehenden Strukturen.
Wir nennen diese Vorgänge CITY Tuning. Solche städtebaulichen
Eingriffe werden von uns immer als temporäre Erscheinungen im wachsenden
oder schrumpfenden Organismus einer Stadt betrachtet. Ein wesentlicher
Arbeitsschwerpunkt ist die Reaktivierung von »Entöffentlichten
Räumen«, welche ähnlich, wie die beim sr-Möbeltuning
von den Besuchern mitgebrachten alten Möbel, semantisch verbraucht
sind.Semantisch verbrauchte Orte werden mit neuem Inhalt besetzt. Oft
wird der Zugang zu diesen Stadtbrachen erst durch das Citytuning wieder
ermöglicht oder legalisiert, wie zum Beispiel beim Yaam-Club, einem
Beispiel zur Aneignung von städtischem Raum mit anschließender
Neudefinition durch das Aufladen mit Ideen. Manchen Gebieten ist auch
die Lesbarkeit abhanden gekommen, in ihnen warten räumliche Potentiale,
wieder zum leben erweckt zu werden. Lesbarkeit setzt eine entzifferbare
Sprachlichkeit voraus. Beispielsweise im Projekt »Loops«,
Gestaltung des Campus der Donau-Universität Krems, haben wir vorhandene
bandartige Strukturen (welche durch die dortige Topografie und die bestehende
Bebauung entstanden sind) in unserem Projekt überspitzt inszeniert,
daraus ein Zeichen gebildet, dass den Ort komplett umdeutet.
Unser erstes City-Tuning Projekt ( s.Bilder) war ein Spiel, das wir gemeinsam
mit Birgit Schlieps, Peter Arlt und Elke Marhöfer 1998 im Galerieraum
von Urban Issue in Berlin durchgeführt haben, bei dem das Publikum
nach gewissen Regeln an einem großen Städtebaumodell arbeitete,
indem es von uns erfundene Begrifflichkeiten (z.B. Hobbykellerkolonie)
im Modell nachbaute.
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